Museumsjahr Venedig 2026: MUVE-Programm, neue Häuser & große Ausstellungen
Kurz erklärt: Die Stiftung Musei Civici di Venezia (MUVE) mit ihren 13 Häusern legt für 2026 ein besonders dichtes Programm vor: ein neuer Standort MUVEC – Casa delle Contemporaneità in Mestre, das Projekt „Grande Correr“ und eine Erweiterung des Glasmuseums Murano. Zu den großen Ausstellungen zählen „Etruschi e Veneti“ im Dogenpalast, eine Retrospektive zu Jenny Saville in Ca’ Pesaro und Erwin Wurm im Palazzo Fortuny. Viele Häuser sind im Museum Pass MUVE kombinierbar.
Hinter den meisten großen Museen Venedigs steht eine gemeinsame Trägerin: die Fondazione Musei Civici di Venezia, kurz MUVE. Sie verwaltet die städtischen Museen — vom Dogenpalast am Markusplatz über Kunst- und Stadtgeschichtshäuser bis zu den Spezialmuseen auf den Inseln. Insgesamt gehören 13 Standorte dazu. Für 2026 hat MUVE ein außergewöhnlich umfangreiches Jahresprogramm angekündigt: neue Häuser, große Bauprojekte und eine Reihe bedeutender Sonderausstellungen — ein guter Anlass, Venedig auch abseits der üblichen Pfade museal zu entdecken.
Welche Häuser gehören zu MUVE?
Der Verbund deckt sehr unterschiedliche Themen ab — von Macht und Stadtgeschichte über Kunst bis zu Handwerk und Natur:
- Macht & Geschichte: Dogenpalast und Museo Correr am Markusplatz.
- Kunst: Ca’ Pesaro (Galerie für moderne Kunst) und der Palazzo Fortuny.
- Settecento (18. Jh.): Ca’ Rezzonico, Palazzo Mocenigo und die Casa di Carlo Goldoni.
- Handwerk & Inseln: das Glasmuseum auf Murano und das Spitzenmuseum auf Burano.
- Natur & Lagune: das Naturkundemuseum (Fontego dei Turchi) und das Museum von Torcello.
Neue Häuser und Bauprojekte 2026
2026 markiert für die Stadtmuseen einen Wendepunkt — mit gleich drei strukturellen Neuerungen, die das Angebot deutlich erweitern:
- MUVEC – Casa delle Contemporaneità in Mestre: ein neuer Pol für zeitgenössische Kunst und Kultur auf dem Festland. Damit rückt MUVE bewusst aus der historischen Altstadt heraus und schafft Raum für aktuelle, großformatige Ausstellungsformate — gut erreichbar für Anreisende über Mestre.
- „Grande Correr“: der schrittweise Ausbau des Museo Correr am Markusplatz zu einem erweiterten, neu inszenierten Stadtmuseum. Geplant sind ein überarbeiteter Rundgang und mehr Fläche für die städtischen Sammlungen.
- Erweiterung des Glasmuseums auf Murano: mehr Ausstellungsfläche für die jahrhundertealte venezianische Glaskunst — ein Pluspunkt für jeden Murano-Ausflug.
Die großen Ausstellungen 2026
Das Ausstellungsjahr spannt einen weiten Bogen — von der Archäologie der Antike bis zur Gegenwartskunst:
| Haus | Ausstellung |
|---|---|
| Dogenpalast (Palazzo Ducale) | „Etruschi e Veneti. Acque, culti e santuari“ — Archäologie der Etrusker und Veneter |
| Ca’ Pesaro | Große Retrospektive der zeitgenössischen Malerin Jenny Saville |
| Museo Fortuny | Werkschau des österreichischen Bildhauers Erwin Wurm |
| Museo Correr | „Dialoghi canoviani“ — Canova im Dialog mit zeitgenössischer Kunst (bis 22. November) |
Etruschi e Veneti im Dogenpalast widmet sich den frühen Kulturen Oberitaliens — Wasser, Kulte und Heiligtümer der Etrusker und der antiken Veneter, also der „Urahnen“ der Region. Eine seltene Gelegenheit, die Geschichte der Lagune weit vor Venedig selbst zu betrachten, und das im berühmtesten Palast der Stadt.
In Ca’ Pesaro, der Galerie für moderne Kunst am Canal Grande, steht eine umfangreiche Retrospektive der britischen Malerin Jenny Saville im Mittelpunkt — bekannt für ihre monumentalen, körperbetonten Gemälde. Im Palazzo Fortuny wiederum zeigt Erwin Wurm seine oft humorvoll-verfremdeten Skulpturen — ein reizvoller Kontrast zwischen Fortunys historischem Atelierpalast und zeitgenössischer Bildhauerei. Am Museo Correr bringen die „Dialoghi canoviani“ das Werk Antonio Canovas mit aktueller Kunst ins Gespräch.
Venedig im 18. Jahrhundert: das Settecento-Trio
Wer das galante Venedig des 18. Jahrhunderts erleben will, kombiniert drei MUVE-Häuser: Ca’ Rezzonico (Museum des Settecento mit Tiepolo-Fresken und festlich möblierten Sälen), den Palazzo Mocenigo (Stoffe, Mode und die Geschichte des Parfüms) und die Casa di Carlo Goldoni (gotischer Palazzo des großen Komödiendichters, mit kleinem Marionettentheater). Zusammen ergeben sie einen roten Faden durch die venezianische Kunst- und Kulturgeschichte — ideal für einen Regentag.
Archäologie, Natur und Lagune
Abseits der Haupthäuser lohnt der Blick auf die kleineren Standorte: Das Naturkundemuseum im Fontego dei Turchi (mit Dinosaurier-Skelett und Aquarium) ist besonders bei Familien beliebt, und das Museum von Torcello erzählt von den Ursprüngen der Lagunenbesiedlung auf der ältesten Insel der Lagune. 2026 fließen auch in diese Häuser Aufwertungs- und Forschungsprojekte.
Tickets und Pässe
Für mehrere MUVE-Häuser lohnt sich der Museum Pass MUVE (rund 50 €, ermäßigt ca. 25 €, 6 Monate gültig): Er umfasst den Dogenpalast und rund ein Dutzend weiterer städtischer Museen — ab drei besuchten Häusern günstiger als Einzeltickets. Wer nur die Markusplatz-Museen sehen will, fährt mit dem kombinierten Markusplatz-Ticket besser. Welcher Pass zu welcher Reise passt, zeigt unsere Übersicht der Venedig-Pässe und die Detailseite zum Museum Pass; eine Gesamtübersicht aller Häuser gibt es unter Museen in Venedig.
Praktische Tipps für den Museumsbesuch
- Schließtage beachten: Viele Museen haben montags oder dienstags geschlossen — vorab auf der offiziellen Seite (visitmuve.it) prüfen.
- Online buchen: Für Dogenpalast und Markusplatz-Museen spart ein Zeitfenster-Ticket Wartezeit, besonders in der Hochsaison.
- Regentag-Strategie: Die MUVE-Häuser sind die perfekte Schlechtwetter-Alternative — ein ganzer Tag Indoor-Programm ist locker möglich.
- Mestre einplanen: Mit dem neuen MUVEC lohnt sich auch ein Stopp auf dem Festland, etwa bei An- oder Abreise über Mestre.
Häufige Fragen zum MUVE-Jahr 2026
Was ist MUVE?
MUVE steht für die Fondazione Musei Civici di Venezia, die Stiftung der städtischen Museen Venedigs mit 13 Häusern — darunter Dogenpalast, Correr, Ca’ Rezzonico, Palazzo Fortuny und das Glasmuseum Murano.
Was ist 2026 neu?
Drei große Projekte: der neue Standort MUVEC in Mestre, der Ausbau „Grande Correr“ und die Erweiterung des Glasmuseums auf Murano — dazu mehrere große Sonderausstellungen.
Welche Ausstellungen lohnen sich besonders?
„Etruschi e Veneti“ im Dogenpalast (Archäologie), die Jenny-Saville-Retrospektive in Ca’ Pesaro und Erwin Wurm im Palazzo Fortuny — plus die Canova-Dialoge im Correr (bis 22. November).
Lohnt sich der Museum Pass MUVE?
Ab drei besuchten Häusern ja. Er gilt 6 Monate und umfasst Dogenpalast plus rund ein Dutzend weitere Museen. Details und Break-even-Rechnung auf unserer Museum-Pass-Seite.
