The Venice Glass Week 2026: Termine, Ausstellungen, Murano Illumina il Mondo

Termine und Orte auf einen Blick

The Venice Glass Week 2026 — die festen Programmpunkte
WasWannWoEintritt
Festival gesamt12.–20. September 2026Venedig, Murano, Mestreüberwiegend frei
HUB by Generali (über 35)12.–20.9., täglich 10:00–18:00Palazzo Morosini, Campo Santo Stefano, San Marco 2803frei, keine Reservierung
HUB Under3512.–20.9., täglich 11:00–18:00
(am 12.9. erst ab 14:00)
Fondazione Bevilacqua La Masa, Piazza San Marco 71/Cfrei, keine Reservierung
Murano Illumina il Mondo13. September – 1. November 2026Procuratie Vecchie, Piazza San Marcofrei, im Freien

Beide HUB-Ausstellungen sind barrierefrei zugänglich; die Aufsicht spricht Italienisch und Englisch. Die übrigen rund 200 Programmpunkte verteilen sich über Galerien, Glashütten, Museen und Institutionen — dort gelten jeweils eigene Zeiten, einzelne Workshops und Führungen sind anmeldepflichtig oder kostenpflichtig.

Was die Venice Glass Week eigentlich ist

Das Festival wurde 2017 gegründet und wird vom Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti getragen. Der Anlass war handfest: Muranos Glasindustrie stand jahrzehntelang unter Druck — durch billige Importware, steigende Energiekosten und den Nachwuchsmangel in den Öfen. Die Glass Week sollte das Handwerk nicht musealisieren, sondern als lebende, künstlerisch relevante Disziplin sichtbar machen.

Das unterscheidet die Woche von einer Verkaufsmesse: Im Zentrum stehen Ausstellungen zeitgenössischer Glaskunst, die Zusammenarbeit internationaler Künstler mit Muraneser Meistern und der offene Blick in Werkstätten, die sonst geschlossen sind. Zur zehnten Ausgabe kommt erstmals eine Bestandsaufnahme dazu: Die Studie „The Venice Glass Week and the Murano Glass District“, erstellt von der Banca Ifis, untersucht Muranos heutige Rolle als Produktions- und Kulturstandort und die Wirkung, die das Festival in seinem ersten Jahrzehnt entfaltet hat.

Die beiden HUB-Ausstellungen

Die HUBs sind Gruppenausstellungen, für die sich Künstlerinnen und Designer weltweit über eine offene Ausschreibung bewerben. Eine Jury wählt aus — das Ergebnis ist der beste verfügbare Querschnitt durch die aktuelle Glaskunst. Wer nur begrenzt Zeit hat, sieht hier am meisten auf kleinstem Raum.

HUB by Generali — neu im Palazzo Morosini

Die wichtigste Neuerung der Jubiläumsausgabe: Die Ausstellung für etablierte Künstler ab 35 Jahren zieht in den Palazzo Morosini am Campo Santo Stefano (San Marco 2803) — ein Ortswechsel, der die Schau erstmals in einen historischen Palazzo an einem der größten Plätze der Stadt bringt. Gezeigt werden Arbeiten von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Geöffnet täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr, Eintritt frei, keine Voranmeldung.

Lage: Der Campo Santo Stefano liegt in Dorsoduros Nachbarschaft zwischen Accademia-Brücke und Campo Sant’Angelo — vom Markusplatz zu Fuß rund zehn Minuten, von der Anlegestelle Accademia fünf.

HUB Under35 — am Markusplatz

Die Ausstellung für aufstrebende Künstler unter 35 bleibt an ihrem angestammten Platz: in der Galleria der Fondazione Bevilacqua La Masa direkt an der Piazza San Marco (Nr. 71/C). Geöffnet täglich 11:00 bis 18:00 Uhr — am Eröffnungstag, 12. September, erst ab 14:00 Uhr. Eintritt frei.

Diese Schau ist erfahrungsgemäß die experimentellere der beiden: weniger perfektionierte Technik, dafür mehr konzeptuelle Risikobereitschaft. Wer sich für die Zukunft des Materials interessiert statt für Meisterschaft im Klassischen, geht zuerst hierher.

Murano Illumina il Mondo — zwölf Kronleuchter am Markusplatz

Das Aushängeschild der zehnten Ausgabe läuft vom 13. September bis 1. November 2026 und damit sieben Wochen länger als das Festival selbst. Unter den Arkaden der Procuratie Vecchie am Markusplatz hängen zwölf neue Lichtinstallationen — jede eine eigenständige Auseinandersetzung mit der venezianischen Form schlechthin: dem Kronleuchter.

Das Prinzip dahinter ist das Interessante: Jede Arbeit entstand in der Zusammenarbeit eines international arbeitenden Künstlers, Architekten oder Designers mit einer konkreten Muraneser Glashütte und einem namentlich genannten Glasmeister. Die Auswahl traf ein Kuratorium aus Rosa Barovier Mentasti (Glashistorikerin), David Landau (Pentagram Stiftung), Chiara Squarcina (Fondazione Musei Civici di Venezia), Sarah Nichols und Jean-Luc Olivié, Luca Massimo Barbero (Fondazione Giorgio Cini) sowie Giordana Naccari. Die Produktionskoordination zwischen Künstlern und Öfen lag bei Matteo Silverio.

Die zwölf Installationen 2026 — Werk, Urheber und ausführende Glashütte
WerkKünstler / StudioGlasmeister & Glashütte
Hand under handArthur DuffNicola Moretti & Stefano Bullo — Nicola Moretti Murano / Vetrate Artistiche Murano
G=A=R=L=A=N=DCerith Wyn EvansJacob Noack — NEON Line & Idea Murano
Venetian ChandelierNorman Foster FoundationSalviati
JuliaXavier Le NormandDavide Donà & Mario Zane — Componenti Donà
RippleAL_A mit AfaconsultDiego Ferro — Yalos Murano
PassaggiFelekşan OnarGiorgio Giuman — Vetreria Artigiana Giuman; Kaltbearbeitung Alessandro Mandruzzato
Angels save VeniceChiara DynysGianni Seguso — Seguso Gianni
Tubi or not tubiPierre CharpinSimone Cenedese — Simone Cenedese Murano
PAX eT BONUMTristano di RobilantAndrea Salvagno — Vetreria Anfora
TaikoBethan Laura WoodMatteo Tagliapietra — GAMBARO&TAGLIAPIETRA
AnythinkRichard MeitnerRoberto Beltrami — Wave Murano Glass
HaloISS Abate Zanetti & Eros RaffaelEros Raffael — ISS Abate Zanetti

Vier Arbeiten, die den Umweg lohnen

  • Hand under hand (Arthur Duff): Neunzehn übereinanderliegende Glasplatten, jede in der Form einer geöffneten Hand, durchdrungen von Licht, das durch bei hoher Temperatur verschmolzene Farbschichten dringt. Die wiederholte Hand steht für die Weitergabe des Könnens von Generation zu Generation — die direkteste Hommage an Muranos Werkstattkultur in der ganzen Reihe.
  • G=A=R=L=A=N=D (Cerith Wyn Evans): Ein Kronleuchter nach dem Vorbild der schiffsförmigen Rezzonico-Modelle, umkreist von einer Girlande leuchtender Krypton-Schriftzeichen. Die japanischen Ideogramme rufen Sterne, Wellen, Blüten und Strömungen auf — Glas und Neon treten hier in ein ungewöhnlich fragiles Gleichgewicht.
  • Venetian Chandelier (Norman Foster Foundation): Die Stiftung des britischen Architekten deutet den venezianischen Kronleuchter neu — organisch geformte Arme, die in mundgeblasenen Leuchtkörpern enden. Glas wird hier bewusst als tragendes und zugleich ausdrucksstarkes Material behandelt.
  • Anythink (Richard Meitner): Weißes Opalglas kombiniert mit programmierbarer LED-Technik: Die Farbverläufe verändern sich kontrolliert, das Objekt ist nie zweimal dasselbe. Die technisch gegenwärtigste Arbeit der Reihe.

Beste Zeit zum Ansehen: Die Installationen hängen im überdachten Arkadengang und sind tagsüber frei zugänglich — ihre Wirkung entfalten sie aber erst nach Einbruch der Dunkelheit. Im September wird es gegen 19:45 Uhr dunkel, Ende Oktober bereits gegen 17:30 Uhr. Ein Abendbesuch hat zwei Vorteile: das Licht und die deutlich dünnere Menschenmenge auf dem Platz.

Was außerdem im Programm steht

Über 200 Programmpunkte lassen sich nicht sinnvoll auflisten — aber sie fallen in wiederkehrende Kategorien, und die helfen bei der Planung:

  • Ausstellungen in Galerien und Palazzi — der zahlenmäßig größte Block, verteilt über die Sestieri San Marco, Dorsoduro und San Polo. Fast immer freier Eintritt.
  • Offene Glashütten auf Murano — der eigentliche Unterschied zum Rest des Jahres: Betriebe, die sonst keine Besucher hereinlassen, zeigen während der Festivalwoche ihre Öfen. Wer Glasmachen live sehen will, ohne in einer Verkaufsvorführung zu landen, hat jetzt die beste Gelegenheit des Jahres.
  • Museen und Institutionen — Museo del Vetro auf Murano, Le Stanze del Vetro auf San Giorgio Maggiore, Fondazione Giorgio Cini und die Fondazione Musei Civici beteiligen sich mit eigenen Beiträgen.
  • Vorträge, Führungen und Workshops — hier lohnt der Blick ins Detailprogramm: Ein Teil ist anmeldepflichtig, manche Werkstattkurse kosten Gebühr und sind früh ausgebucht.

Das vollständige, tagesgenaue Programm mit Karte veröffentlicht der Veranstalter unter theveniceglassweek.com.

Die Preise des Festivals

Zum Abschluss jeder Ausgabe werden mehrere Auszeichnungen vergeben — sie sind der beste Anhaltspunkt dafür, welche Beiträge fachlich herausstachen. 2025 gingen sie an:

  • Premio Fondazione di Venezia (5. Ausgabe) an die Giorgio Mastinu Gallery für die Ausstellung Ronan Bouroullec, Inchiostri; zwei lobende Erwähnungen an Marignana Arte und an Antonio Dei Rossi / Luca Giannola.
  • Premio Arterìa per The Venice Glass Week HUB (1. Ausgabe) an Clare Belfrage für In The Glow Of Green, Collection.
  • Premio The Studio – Corning Museum of Glass für den HUB Under35 an Florian van Dalen — verbunden mit einem Studienaufenthalt am Corning Museum of Glass im Bundesstaat New York.

Die Preisträger 2026 stehen erst zum Ende des Festivals fest.

Anreise und Tagesplanung

Das Festival verteilt sich auf zwei Schwerpunkte, die eine Vaporetto-Fahrt auseinanderliegen: die Altstadt rund um den Markusplatz und die Insel Murano.

  • Zum Markusplatz (beide HUBs, Murano Illumina il Mondo): Linie 1 und Linie 2 über den Canal Grande, von außen herum Linie 4.1/4.2 und Linie 5.1/5.2. Für den Palazzo Morosini ist die Haltestelle Accademia oder Sant’Angelo am nächsten.
  • Nach Murano: Linie 3 ab Piazzale Roma und Ferrovia als schnellste Verbindung, Linie 12 ab Fondamente Nove, außerdem Linie 4.1/4.2. Ab Fondamente Nove dauert die Überfahrt gut zehn Minuten.
  • Zeitbedarf realistisch: Beide HUBs zusammen mit Fußweg dazwischen ungefähr zwei Stunden. Ein Murano-Nachmittag mit zwei bis drei geöffneten Glashütten noch einmal drei bis vier Stunden. Wer beides an einem Tag will, sollte um neun Uhr anfangen.
  • Zugangsbeitrag: Die Testphase 2026 endete Ende Juli — im September ist für den Besuch der Altstadt kein Beitrag fällig. Die Geltungstage für 2027 sind noch nicht veröffentlicht. → Zugangsbeitrag Venedig
  • Andrang: Das erste Festivalwochenende (12./13. September) fällt mit dem Ende der Filmfestspiele zusammen — die Stadt ist dann spürbar voller. Die Wochentage danach sind die ruhigere Wahl.

Lohnt sich der Besuch für Sie?

Entscheidungs-Hilfe: The Venice Glass Week 2026
Ihre SituationEmpfehlung
Sie sind im September ohnehin in VenedigUnbedingt mitnehmen. Beide HUBs kosten nichts, liegen zentral und sind in zwei Stunden zu schaffen. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis hat kaum ein Programmpunkt der Stadt.
Sie interessieren sich für Kunsthandwerk und DesignReisegrund für sich. Die Kombination aus zeitgenössischer Glaskunst und offenen Werkstätten gibt es in dieser Dichte nur in dieser Woche. → Handwerk und Design in Venedig
Sie wollen Glasmachen live sehenAuf Murano, in der Festivalwoche. Die üblichen Vorführungen für Tagesbesucher enden meist im Verkaufsraum — die Festival-Öffnungen sind das Gegenteil davon.
Sie reisen mit KindernEingeschränkt. Die HUB-Ausstellungen sind ruhige Galerieräume. Die Lichtinstallationen am Markusplatz funktionieren dagegen für jedes Alter — besonders abends. → Venedig mit Kindern
Sie kommen erst im OktoberMurano Illumina il Mondo läuft weiter — bis zum 1. November. Das Festival selbst ist dann vorbei, die zwölf Installationen am Markusplatz bleiben.
Sie erwarten einen Glas-Markt zum EinkaufenFalsche Erwartung. Dies ist ein Kunst- und Kulturfestival, kein Verkaufsevent. Für Einkäufe sind die Geschäfte auf Murano und in San Marco ganzjährig die richtige Adresse.

Häufige Fragen zur Venice Glass Week

Wann findet die Venice Glass Week 2026 statt?

Vom 12. bis 20. September 2026. Es ist die zehnte Ausgabe des Festivals, das 2017 gegründet wurde. Veranstaltungsorte sind Venedig, die Glasinsel Murano und Mestre auf dem Festland.

Kostet die Venice Glass Week Eintritt?

Der überwiegende Teil des Programms ist kostenlos, darunter beide zentralen HUB-Ausstellungen und die Lichtinstallationen am Markusplatz. Eine Voranmeldung ist dafür nicht nötig. Einzelne Workshops, Werkstattkurse und manche Führungen sind anmeldepflichtig oder kostenpflichtig — das steht jeweils im Detailprogramm des Veranstalters.

Wo finden die Hauptausstellungen statt?

Der HUB by Generali für etablierte Künstler ab 35 Jahren ist 2026 erstmals im Palazzo Morosini am Campo Santo Stefano (San Marco 2803), geöffnet täglich 10:00 bis 18:00 Uhr. Der HUB Under35 für jüngere Künstler ist in der Galleria der Fondazione Bevilacqua La Masa an der Piazza San Marco 71/C, geöffnet täglich 11:00 bis 18:00 Uhr, am 12. September erst ab 14:00 Uhr. Beide sind barrierefrei und kostenlos.

Was ist Murano Illumina il Mondo?

Das Aushängeschild des Festivals: zwölf neue Lichtinstallationen unter den Arkaden der Procuratie Vecchie am Markusplatz, jeweils entstanden aus der Zusammenarbeit internationaler Künstler und Designer mit einer Muraneser Glashütte. Die vierte Ausgabe läuft vom 13. September bis 1. November 2026, ist frei zugänglich und im Freien. Die Installationen wirken am stärksten nach Einbruch der Dunkelheit.

Kann man während des Festivals Glashütten auf Murano besuchen?

Ja, und das ist einer der Hauptgründe für den Besuch. Während der Festivalwoche öffnen Betriebe ihre Öfen, die sonst keine Besucher hereinlassen. Das unterscheidet sich deutlich von den ganzjährigen Vorführungen für Tagesgruppen, die üblicherweise im Verkaufsraum enden. Welche Hütten wann öffnen, steht im Detailprogramm — planen Sie für Murano einen halben Tag ein.

Wie komme ich zu den Veranstaltungsorten?

Die Ausstellungen in der Altstadt erreichen Sie über die Vaporetto-Linien 1 und 2 durch den Canal Grande oder außen herum mit 4.1/4.2 und 5.1/5.2. Für den Palazzo Morosini steigen Sie an der Accademia oder Sant’Angelo aus. Nach Murano fahren Linie 3 ab Piazzale Roma und Ferrovia, Linie 12 ab Fondamente Nove sowie 4.1/4.2 — ab Fondamente Nove dauert die Fahrt gut zehn Minuten.

Muss ich im September den Zugangsbeitrag zahlen?

Nein. Die Testphase des Zugangsbeitrags endete 2026 Ende Juli; im September fällt für den Besuch der Altstadt kein Beitrag an. Welche Tage 2027 gelten werden, hat die Stadt noch nicht veröffentlicht.

Lohnt sich der Besuch auch ohne Vorkenntnisse zu Glaskunst?

Ja. Die Installationen am Markusplatz funktionieren rein visuell und brauchen keine Erklärung. In den HUB-Ausstellungen hilft es, sich auf die Machart einzulassen: Fast jede Arbeit nennt die ausführende Glashütte, und das Zusammenspiel zwischen künstlerischem Entwurf und handwerklicher Ausführung ist der eigentliche rote Faden des Festivals.

Quellen

Stand: 26. August 2026. Das tagesgenaue Programm der über 200 Einzelveranstaltungen kann sich kurzfristig ändern — prüfen Sie Öffnungszeiten einzelner Ausstellungen vor dem Besuch beim Veranstalter.

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